Im Gespräch mit Benedikt Rohletter über Nachfolge, Verantwortung und Weiterentwicklung – Die nächste Generation

Die Nachfolge in einem Unternehmen ist weit mehr als ein Wechsel an der Spitze. Sie ist ein Prozess, in dem Erfahrung auf neue Perspektiven trifft, Bewährtes erhalten bleiben soll und gleichzeitig Raum für Veränderung entsteht. Seit dem 1. Januar 2026 ist Benedikt Rohletter Mitglied des Vorstands der Bauunternehmung Albert Weil AG. Sein Weg dorthin war jedoch kein spontaner Entschluss. Im Gegenteil: Für ihn stand schon früh fest, wohin die Reise einmal gehen soll.

„Es gab nie einen Plan B“. Wenn Benedikt Rohletter über seinen beruflichen Weg spricht, wird schnell deutlich, wie eng dieser mit der Albert Weil AG verbunden ist. Selbstverständlich war deshalb aber keineswegs, direkt in die Unternehmung einzusteigen. Zunächst galt es, Erfahrungen zu sammeln – fachlich wie persönlich.

Nach seiner kaufmännischen Ausbildung und dem Studium der Baubetriebswirtschaftslehre sammelte Benedikt Rohletter früh praktische Erfahrungen – unter anderem bei der PENTA-Projektgesellschaft der Familie Rohletter. Während seines Masterstudiums führte ihn sein Weg schließlich zur Dienstleistungen Albert Weil GmbH (kurz: DAW).

Über ein Traineeprogramm lernte er unterschiedliche Bereiche und Perspektiven des Unternehmens kennen, übernahm zunehmend Verantwortung und wurde zunächst Operativer Leiter, später Geschäftsführer. Im Sommer 2025 folgte der Wechsel zur Bauunternehmung Albert Weil AG, seit Januar 2026 gehört er deren Vorstand an.

Rückblickend war für Benedikt Rohletter die Verbindung von Theorie und Praxis prägend. Studium, PENTA und DAW ermöglichten es ihm, Gelerntes unmittelbar in der Praxis zu erleben und anzuwenden. Gleichzeitig spielt die eigene Familie eine entscheidende Rolle. Verantwortung zu übernehmen, bedeutet für ihn nicht nur, berufliche Schwerpunkte zu setzen und unternehmerische Entscheidungen zu treffen. Auch die Rolle als Familienvater hat den Blick auf Verantwortung und persönliche
Weiterentwicklung verändert.

Die Nachfolge war und ist immer ein gemeinsamer Weg mit seinem Vater Klaus Rohletter. „Ich durfte mich entwickeln. Mein Papa hat aufgepasst“, beschreibt Benedikt Rohletter die vergangenen Jahre. Auch wenn diese Zeit sehr intensiv gewesen ist, sein Fazit lautet: „Die letzten zehn Jahre waren sehr abwechslungsreich und intensiv, haben aber auch viel
Spaß gemacht“. In einem Generationswechsel sieht Benedikt Rohletter vor allem Chancen. Die jüngere Generation bringt andere Erfahrungen und einen neuen Blick auf bestehende Strukturen mit. Themen wie Microsoft 365, künstliche Intelligenz, moderne Datenverarbeitung und -analyse oder flexiblere Formen des Arbeitens gehören für ihn ganz selbstverständlich dazu. Bestehende Programme und Prozesse zu hinterfragen und an neue Möglichkeiten anzupassen, ist für ihn ein wesentlicher Bestandteil von Weiterentwicklung.

„Dass dabei unterschiedliche Vorstellungen aufeinandertreffen, ist ganz normal. Gerade im Austausch entsteht oftmals eine konstruktive Reibung, die zu neuen Ideen und Lösungen führt. Entscheidend ist deshalb, Bewährtes nicht einfach zu ersetzen, sondern voneinander zu lernen und gemeinsam neue Wege zu entwickeln“, so das Vorstandsmitglied. Auch die Bauunternehmung Albert Weil AG selbst hat sich in den vergangenen Jahren weiterentwickelt. Seit 2013 sind sowohl die Muttergesellschaft als auch die Tochtergesellschaften deutlich gewachsen. Trotz der Weiterentwicklung gibt es für Benedikt Rohletter Dinge, die sich nicht verändern sollten. Dazu zählen insbesondere die familiären Werte und die menschliche Ebene im Unternehmen. „Natürlich müssen wir kaufmännische Kennzahlen sehen und entsprechend handeln. Aber wir dürfen die Menschen dahinter nicht vergessen.“ Ebenso sei es entscheidend, den Bezug zur Praxis zu erhalten: „Die Führungsebene sollte nicht verlernen, wie Beton und Asphalt riechen und wie sich Erde in der Hand anfühlt.“

Für seine neue Rolle im Vorstand möchte er zunächst die Prozesse der Albert Weil AG noch besser kennenlernen und deren Optimierung vorantreiben. Perspektivisch möchte er das Unternehmen zudem stärker nach außen vertreten. Dabei ist ihm bewusst, in welche Fußstapfen er tritt: „Die Messlatte liegt hoch. Mein Vater hat das Unternehmen rund 20 Jahre geführt und dessen Entwicklung maßgeblich geprägt. Mein Ziel ist es, den positiven Weg auch in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten fortzuführen und wirtschaftlichen Erfolg weiterhin mit den menschlichen Werten der Bauunternehmung Albert Weil AG zu verbinden.“
Nachfolge ist damit kein einzelner Moment, sondern ein fortlaufender Prozess. Oder, wie Benedikt Rohletter es selbst zusammenfasst: „Weiterentwicklung bedeutet für mich, sich selbst zu reflektieren, Neues auszuprobieren und aus Fehlern zu lernen.“